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AR 04: Tier-Beobachtungen auf dem Weg von der Halbinsel Valdes entlang des Atlantiks zur südlich gelegenen Stadt Comodoro Rivadavia

30.11. – 03.12.2018

Magellan-Pinguine und See-Elefanten

Bei Punta Tombo besuchten wir die größte Magellan-Pinguin-Kolonie der Welt. Von Oktober bis März halten sich hier die Pinguin-Paare in und an ihren Bruthöhlen auf (ca. 250.000 Höhlen). Die Höhlen liegen bis ca. 800 m vom Atlantik entfernt. Es ist unglaublich, welche Wege die putzigen Tierchen „zu Fuß“ zurücklegen, um im Meer an Futter zu gelangen, um sich und ihre Jungtiere zu nähren. Dabei wuseln die stolzen Frackträger in dem durch Holzstege zugänglichen Gelände ständig um einen herum, ohne großartig scheu oder gar Angst vor uns großen Zweibeinern zu zeigen. Im November/Dezember kommen die Jungen auf die Welt. Aus nächster Nähe hörten wir das Gepiepse der flauschigen Jungtiere, um ihre Eltern zur „Essensübergabe“ zu überzeugen.

An der Playa Isla Escondida konnten wir faszinierende Fotos von See-Elefanten- Müttern, -Jugendlichen und -Babies schießen. Wir standen für eine Übernachtung mit dem Wohnmobil ca. 15 Meter von den Tieren entfernt. Die bis 800 kg schweren Mütter liegen faul und meist schlafend am Strand, während die Jugendlichen ihre Kräfte mit großem Gebrüll und Gebeiße messen. Bei Sonnenuntergang gab es von den zutraulichen, geschickten Schwimmern im Meerwasserpool noch eine Sondereinlage. Dabei schwammen einige Mutige ganz dicht zu uns, um sagen zu wollen „krault mir mal den Pelz ihr komischen Vögel“. Von den bis zu 4.000 kg schweren, rüsseltragenden Männchen, den Haremshütern, war während unseres Aufenthalts keines zu sehen. Waren wohl im Atlantik unterwegs, um sich für weitere Aufgaben zu stärken.  

Eine weitere Magellan-Pinguin-Kolonie steuerten wir über teilweise ruppige und fahrzeugbelastende Wellblechschotterpisten (spanisch = RIPIO) etwas weiter südlich am Atlantik bei Cabo dos Bahias an. Als einzige Besucher gelang uns hier der Zugang zu den Tieren nicht so nah wie in Punto Tombo. Unter die Pinguine mischte sich am Kiesstrand ein Seelöwenpärchen, dass von der in Sichtweite gelegenen Tierinsel angereist war. Einige GuanakosPampahasenNandus (Straußenvogel) und ein Gürteltier streunten nahrungssuchend durch die Kolonie der Pinguine.

Pinguine Punta Tombo und Cabo dos Bahia

See-Elefanten am Playa Isla Escondida

... über Patagonien

Während die Küsten-Temperaturen von ca. 20 Grad Celsius bei leichtem, auflandigen Wind und wenig Wolken für uns sehr angenehm erscheinen, so schraubt sich das Quecksilber in den halbwüstenähnlichen, fast menschenleeren, baumlosen Gebieten des mittelpatagonischen Hinterlandes, im südamerikanischen Frühjahr (September bis Dezember), auch schnell auf über 30 Grad Celsius hoch … oh, sprach ich gerade von leichtem Wind. Dies ist eine Rarität!!!

Hallo, in Südpatagonien gehört das Verkehrszeichen mit Hinweis auf Sturm (Windstärke 8 – 12) zum Alltag. Bei dem Versuch, die MAN-Tür zu öffnen, haute der achterliche Wind Tine samt Türgriff in nullkommanix auf den Boden. Da lag sie nun wie ein Maikäfer auf dem Rücken … hielt aber noch tapfer das rausgebrochene Stück des Türgriffs in der Hand. Mir passierte das Gleiche mit der Aufbautür … auch nix passiert … Glück gehabt!!! … ab jetzt, immer auf die Windrichtung achten und dann gaaaaaaaaaaanz vorsichtig aussteigen!

Wo im Norden Patagoniens noch viel Rinderzucht für den Unterhalt der Estancia-Betreiber (Großgrundbesitzer) sorgt, so ist weiter im Süden auf dem immer karger werdenden Boden die weiträumige Schafzucht häufiger anzutreffen.
Egal ob kilometerlange Wellblechpisten oder Asphaltbelag, die Zäune der Riesenbesitztümer sind über tausende Kilometer immerwährende Begleiter.
Apropos Schotterpisten, diese Kies-, Lehm-, Sand- oder Schotteruntergründe verlangen Mensch und Maschine wirklich alles ab. Bei Tempo „40“ klappert alles … Teller und Tassen öffnen die Türen und machen sich selbstständig, wenn diese nicht gut verstaut sind … bei „20“ kommst du als Verkehrshindernis kaum voran. Die Pistenprofis raten bei 60 – 70 km/h über das Wellblech zu fliegen … tja … leider ist auch schon so mancher aus der Kurve geflogen!!!

Also Augen auf und das Lenkrad locker geradeaus in der Spur halten … das strengt immens an! Komfortgewinn leistet auch das Reduzieren des Reifendrucks auf die „Hälfte“ … ist einfach nur mühsam … anhalten … Luft ablassen … dahinrappeln …anhalten … Luft aufpumpen!!! Glücklich sind wir mit dem MAN-LKW, da doch 10 bar Druckluft an Bord sind, um die Pneus wieder zu befüllen … aber von alleine läuft’s auch nicht!

Wer hier mit seinem Vehikel unterwegs ist, kann auch schon mal 300 km durch die Pampa fahren, ohne eine Tankstelle zu sichten. Oder, dass die Spritstation nicht über den guten Eurodiesel (10 ppM Schwefel) verfügt, den die neueren Dieselmotoren der letzten 10 Jahre gerne schlürfen … und was dann? Für uns in Europa alles unvorstellbar!
Übrigens kostet Ende 2018 der gute Euro-Diesel, je nach Wechselkurs und Region in Argentina, ca. 0,85 – 1,10 Euro je 1000 ml.

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